Digitale Hausaufgaben

Projektidee / Fortbildungsangebot

 

Die Nutzung digitaler Medien hat im letzten Jahr durch die Umsetzung von Distanzunterricht einen enormen Schub bekommen. Es wurde viel in Endgeräte und die digitale Infrastruktur investiert und die Lehrkräfte haben viel Knowhow im Umgang mit digitalen Medien erworben.

Erfreulicherweise kann jetzt der Focus wieder auf die normale Schul- und Unterrichtssituation gerichtet werden. Welchen Beitrag können die digitalen Medien zum Unterricht in der Schule, dem individuellen Lernern, der Lernstandserfassung oder ganz allgemein bei der Optimierung von Lernprozessen leisten?

 

Mit den verschiedenen Ebenen des SAMR-Modells (S » Ersatz, A » Erweiterung, M » Änderung, R » Neubelegung) als gedankliche Strukturierungshilfe sollten die digitalen Medien „klassische“ Lehr- und Unterrichtsmittel nicht nur ersetzen, sondern zumindest eine weitere, höhere Ebene des SAMR-Modells in die schulische Anwendungssituation einbringen.

Beispiel: Aufgaben nicht mehr in Papierform, sondern in Form eines „statischen“ PDF-Dokuments an die Schüler zu geben, bleibt auf dem Niveau der Substitution ( » Ersetzung). Gut gestaltete digitale Medien bieten aber eine Reihe von Möglichkeiten (unmittelbares Feedback, alternative Darstellungsmöglichkeiten, Strukturierung und Begleitung des Lernweges, …) die darüber deutlich hinausgehen.

Das Projekt „Digitale Hausaufgaben“ hat den Anspruch, realistisch umsetzbare Anwendungsszenarien der digitalen Medien in die Schulen zu tragen, die den Mehrwert der digitalen Medien für Schüler und Lehrkräfte erfahrbar machen.

 

Der Arbeitskreis „Digitalisierung“ hat sich auf die Suche nach Lernsoftware (Apps) gemacht, welche die nachfolgend formulierten Möglichkeiten bietet: 

  1. webbasiert
    Die Software ist webbasiert und lässt sich dadurch in der Schule und im häuslichen Umfeld nutzen. Der Zugriff kann über einen Internetbrowser plattformunabhängig mittels einer Vielzahl von digitalen Endgeräten erfolgen. Es sind keine aufwändigen Installations-, Wartungs- und Updateprozesse erforderlich.

  2. datenschutzkonforme Lehrer-, Klassen-, Schülerregistrierung
    In schulischen Anwendungssituationen ist es in aller Regel erforderlich und auch sinnvoll, die Lernenden in der Lernsoftware zu erfassen, um beispielweise individuell Aufgaben zuzuweisen und auswerten zu können. Es versteht sich, dass dabei die Belange des Datenschutzes zu berücksichtigen sind.

  3. vorhandene und erweiterbare Aufgabenpools
    Die App enthält lehrplankonforme Aufgabenpools, auf welche die Lehrkraft zugreifen kann, um sie den Schülern zur Bearbeitung zuweisen zu können. Die Möglichkeit, bei Bedarf eigene Aufgaben zu erstellen, erlaubt es falls nötig die Lernwege sehr individuell an die eigene Klasse den eignen Unterricht anzupassen.

  4. Interaktivität
    Gute Lernsoftware bietet die Möglichkeit der unmittelbaren Interaktion und des Feedbacks. Die angebotenen Aufgabenformate sollten die Schüler möglichst häufig zu Eingaben auffordern, diese umgehend algorithmisch auswerten und dann dem Schüler eine Rückmeldung geben.

  5. Adaptivität
    Gute Lernsoftware kann sich im Sinne einer Differenzierung an die Lernbedürfnisse des Schülers anpassen. Darstellung, Präsentation, Zusatzinformationen, Aufgabenschwierigkeit, … sollte die App am Lern- und Übungsbedarf des Schülers ausrichten. Bereits bearbeitete Aufgaben werden im Sinne einer Lernstandserhebung algorithmisch ausgewertet und die Ergebnisse dann für den weiten Lernprozess genutzt.

  6. Bearbeitungs- und Lernstand
    Die Lernsoftware wertet die Arbeit des Schülers mit der App aus und stellt diese Daten der Lehrkraft zur Verfügung. Die Lehrkraft hat damit ohne Korrekturaufwand sofort einen Überblick über den Bearbeitungs- bzw. Lernstand ihrer Klasse. Falls nötig, lassen sich auch Lernwege einzelner Schüler nachverfolgen, um davon differenzierende Förderangebote abzuleiten.

  7. finanzierbar
    Qualität hat ihren Preis. Falls Kosten für die Lernsoftware anfallen, sollten diese im Rahmen des Schulhaushaltes bleiben.

 

Die im hier dargestellte Lernsoftware wurde von den Mitgliedern des AK-Digitalisierung ausgewählt, weil die Apps die Kriterien 1 bis 7 weitestgehend erfüllen. Natürlich lassen sich immer noch höhere Ansprüche formulieren, jedoch muss man sich im Hinblick auf den tatsächlichen Einsatz in der Schule an aktuell technisch realisierbaren und verfügbaren Angeboten orientieren.

Sie können davon ausgehen, dass die empfohlenen Apps von den Mitgliedern des AK-Digitalisierung im eigenen Unterricht eingesetzt und positiv erprobt wurden. Wir empfehlen nur, was wir aus der eigenen Unterrichtspraxis kennen.

Natürlich bieten wir auch webbasierte und – sobald dies wieder möglich ist – Präsenzfortbildungen zum Thema „Digitale Hausaufgaben“ an. Mit den hier zusammengestellten Texten, Verlinkungen und Video-Tutorials können Sie sich bereits umfassend über die Apps informieren, bei Interesse eigenverantwortlich einarbeiten und dann diese zeitnah im eigenen Unterricht einsetzen.

 

Die aktuell hier dargestellten Apps erheben nicht den Anspruch einer abschließenden Auswahl aus dem schnell wachsenden Markt der Lernsoftware. Falls Sie mit einer App in Ihrer Schule arbeiten und diese im Unterricht als positiv erleben, würden wir uns darüber freuen, wenn Sie diese Erfahrungen in den AK-Digitalisierung einbringen. Bitte kontaktieren Sie uns.

 

Ihr AK-Digitalisierung

 

Regionaler Ansprechpartner

Anregungen zu den bisherigen Beiträgen und auch Ihr Angebot zur Mitarbeit richten Sie bitte an:

Dr. Eduard Gradl, Schulamtsdirektor
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Weiterführende Links

Digitale Medien haben aufgrund ihrer vielfältigen technischen Möglichkeiten ein großes Potenzial bei der individuellen Lernstandsdiagnostik und der individuellen Lernförderung. Hier finden Sie eine Darstellung, wie digitale Medien für die Unterstützung der Lernenden beim Finden und Schließen von Lücken eingesetzt werden können.

siehe: https://www.mebis.bayern.de/infoportal/gemeinsam-bruecken-bauen-digital/